Wer international einkauft oder verkauft, kommt an den Incoterms® nicht vorbei. Die von der Internationalen Handelskammer (ICC) herausgegebenen Klauseln regeln, wer welche Transportkosten trägt, wann Gefahr und Kosten auf den Käufer übergehen und wer für Zollformalitäten verantwortlich ist. Fehler bei der Anwendung führen regelmäßig zu Streit über Lieferverzögerungen, Transportschäden und ungeklärte Kostenpositionen.

Warum die richtige Klausel über mehr entscheidet als den Transport

Incoterms® regeln weder den Eigentumsübergang noch den Kaufpreis – das wird häufig missverstanden. Sie legen ausschließlich fest, welche Partei welche logistischen Pflichten und Risiken trägt. Wird eine Klausel unreflektiert aus dem letzten Vertrag übernommen, drohen Kostenrisiken, die im Zweifel erst beim Schadensfall sichtbar werden.

Die wichtigsten Punkte für die Praxis

  • Die Klausel sollte stets zum tatsächlichen Transportweg passen – insbesondere maritime Klauseln wie FOB oder CIF sind für den reinen Straßen- oder Lufttransport ungeeignet.
  • Der genaue Lieferort muss konkret benannt werden, nicht nur die Stadt oder das Land.
  • Versicherungspflichten unterscheiden sich je nach Klausel erheblich – ein Blick in die Details lohnt sich vor Vertragsschluss.
  • Incoterms® ersetzen keine Regelungen zu Zahlungsbedingungen, Gewährleistung oder anwendbarem Recht.
Die Wahl der richtigen Klausel ist kein Formalismus, sondern aktive Risikosteuerung im internationalen Geschäft.

Für Unternehmen empfiehlt es sich, die verwendeten Klauseln regelmäßig zu überprüfen und an aktuelle Lieferketten anzupassen. Wir unterstützen Sie bei der Gestaltung von Einkaufs- und Lieferbedingungen ebenso wie bei der Schulung Ihrer Einkaufs- und Vertriebsteams.